15 Juni 2023

Warum die Schweiz von der Rezession verschont bleibt?

Die Schweizer Wirtschaft hält den Konjunkturschwankungen stand.

Das Wachstum dürfte sich in den nächsten Monaten stabilisieren.

Insgesamt trübt sich die Weltkonjunktur ein. Die Eurozone ist aufgrund der schlechten Zahlen aus Deutschland offiziell in eine Rezession geraten, aber die Auswirkungen bleiben überschaubar.

Das BIP ist laut Eurostat zwischen Januar und März sowie im vierten Quartal 2022 um 0,1 % gesunken.

Wie sieht es für die Schweiz aus? Besteht die Gefahr, dass sie ebenfalls mitgerissen wird?

Die Aktivität verlangsamt sich, aber das Risiko scheint als nicht gravierend wahrgenommen zu werden.

Aber warum bleibt die Schweiz von der Rezession verschont?

Ein sicheres und widerstandsfähiges Geschäftsmodell

Das Schweizer Geschäftsmodell ist dafür bekannt, defensiv zu sein, d. h. nicht von Konjunkturschwankungen erschüttert zu werden. Schweizer Unternehmen positionieren sich in Branchen mit hoher Wertschöpfung und leiden daher nur mässig unter der Verlangsamung der weltweiten Nachfrage.

Der Anlagechef der Privatbank Oddo BHF Schweiz hebt die stabile Dynamik der Pharma-Chemie-Exporte hervor, welche 50% des Gesamtexports ausmachen. Dasselbe gilt für den Luxusgütersektor dank der allmählichen Erholung der Geschäftstätigkeit in China.

Die Inflation ist immer noch niedriger als im Euroraum sowie im Vereinigten Königreich. Dies hat zur Folge, dass die Kaufkraft erhalten bleibt, und trägt dazu bei, dass die Haushalte ihr hohes Niveau des privaten Konsums aufrechterhalten können.

Mathieu Grobéty, Exekutivdirektor des Instituts für angewandte Wirtschaft (CREA) an der Universität Lausanne, betont, dass der private Konsum das Wachstum des Schweizer BIP fördert, da die Haushalte weiterhin stark konsumieren.

Im Übrigen ist der Konsum der privaten Haushalte eine der Säulen des Wachstums des Landes.

Der Schweizer Arbeitsmarkt ist stabil

Seit 2001 hatte die Arbeitslosenquote nie einen derartigen Tiefststand erreicht. Seit Mai ist ihre Quote mit 1,9% sogar wieder unter 2% gesunken.

Die Konjunkturaussichten werden sich kaum ändern, da der von der SNB angekündigte Leitzins nun bei 1,75% liegt.

Trotzdem erwarten Analysten eine weitere Erhöhung des Leitzinses für den Monat September.

Die Zinserhöhung wird in erster Linie dazu führen, dass die Mieten ansteigen, was wiederum den Rückgang der Inflation verlangsamt.

Arthur Jurus zufolge ist nicht mit einem Rückgang der Immobilienpreise zu rechnen, da die Auswirkungen auf die Wohnbauinvestitionen geringer sein werden.

Laut Mathieu Grobéty könnte der Konsum der Haushalte durch die Zinsbelastung oder die Mieten erheblich beeinträchtigt werden, wenn die Zinsen dauerhaft hoch blieben.

Dieses Szenario sei für die zweite Jahreshälfte 2024 nicht auszuschliessen.

Die KOF befragte 18 Ökonomen, die die Teuerung für das nächste Jahr auf 1,6% schätzten, was einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage im März entspricht.

Darüber hinaus schätzte das Forschungsinstitut der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich die Inflation für 2023 auf 2,3%, gegenüber 2,4% in der vorherigen Umfrage.

Eine stabile Tendenz für die Schweizer Wirtschaft

Nadia Gharbi, Ökonomin bei Pictet Wealth Management, sagt, dass der Höhepunkt der Inflation in der Schweiz im August 2022 mit 3,5% erreicht wurde.

Die Inflationskurve werde allmählich sinken, auch wenn der in Gang gesetzte Prozess langwierig und das Niveau höher als vor der Pandemie sein könnte.

Experten sehen das Hauptrisiko in einer möglichen Verschlechterung der Weltwirtschaft.

Wie eingangs zitiert, bleibt die Schweizer Wirtschaft nicht unberührt von konjunkturellen Schwankungen.

Ein pessimistisches Szenario ist, dass die SNB gezwungen wäre, ihren Zinssatz stärker zu erhöhen, um mit den anderen Zentralbanken Schritt zu halten.

Eine weiche Landung scheint jedoch das wahrscheinlichere Szenario zu sein.

Oddo BHF erwartet für die Jahre 2023 und 2024 ein BIP-Wachstum von 0,8% und 1,4%. Pictet Wealth Management sagt 1% und 1,3% voraus. Das Staatssekretariat für Wirtschaft geht von 0,8% und 1,8% aus.

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